Ein Jahr Ernährung nach Dr. Esselstyn und Dr. Greger

Es regnet seit Tagen. Der Himmel ist grau, die Temperaturen wenig über den Gefrierpunkt. Es ist Mittagspause. Ich laufe die Straße entlang. Unterwegs komme ich an einer Kantine vorbei. Der angenehme Geruch von Essen strömt mir in die Nase. Erinnerungen werden wach. Ja, früher hat mir so etwas auch geschmeckt, aber mein heutiges Essen steht dem in nichts nach. Nach Dr. Esselstyn kochen bedeutet Kochen ohne zugesetzte Fette und Öle. Das ist einfacher als man denkt. Statt Öl in der Pfanne
nehme ich etwas Wasser und gieße bei Bedarf nach. Meistens koche ich ohne Rezept. Es wird einfach genommen, was der Kühlschrank hergibt. In der Gemüseabteilung kaufe ich ein, was gerade aktuell angeboten wird. Das meiste Gemüse passt zusammen und lässt sich in der Pfanne oder gedünstet im Topf zubereiten. Zu Hause essen ist überhaupt kein Problem. Unterwegs ist es manchmal etwas schwierig, aber mit der richtigen Vorbereitung kann man auch dann genießen.

Die Straße habe ich hinter mich gelassen. Der Autolärm wird leiser. Ich laufe einen Weg unter großen Bäumen entlang. Der Regen macht gerade eine Pause. Dann ist es plötzlich wieder da: Dieses Glücksgefühl. Meine Füße wollen schneller laufen, ich möchte joggen. Ich empfinde Freude und Zufriedenheit. Dieses Gefühl ist einfach da, warum weiß ich nicht. Ich denke zurück: Vor einem Jahr sah es noch ganz anders aus, da nahm ich noch Medikamente, Medikamente die mir helfen sollten, mit meiner Krankheit leben zu können, aber sie taten es nicht. Sie machten mich noch kränker. Außerdem wollte ich nicht mit meiner Krankheit leben. Ich wollte gesund werden.

Ich laufe weiter, jetzt biegt der Weg in ein Landschaftsschutzgebiet ab. Ich sehe weite Felder und spüre die frische Luft. Ich atme tief ein und spüre wie die kalte Luft meinen Brustkorb füllt. Es ist trotz der Kälte ein angenehmes Gefühl. Ich habe keine Schmerzen mehr in der Brust. Mein Körper ist voller Energie. Ich denke wieder zurück: Vor einem Jahr fing ich an, die Medikamente abzusetzen. Der Kardiologe war anderer Meinung. Aber er fühlte nicht die Muskelschmerzen, er hatte keine inneren Blutungen und Sehstörungen. Auf der Reha sagte man mir, ich spiele mit meinem Leben, wenn ich die Medikamente absetze. Ich frage mich, wer hier mit meinem Leben spielt. Seit einem halben Jahr nehme ich keine Medikamente mehr ein. Es geht mir gut. Soll ich wieder Medikamente nehmen? Zur Prophylaxe sagt man mir. Soll ich wieder das Risiko der Unverträglichkeit eingehen? Experimentieren mit Medikamenten, mit meinem Körper? Nein!

Vor kurzem war ich zur Nachuntersuchung beim Kardiologen. Komischerweise habe ich beim Arzt immer einen erhöhten Blutdruck. Wenn ich zu Hause bin, ist alles in bester Ordnung. Ich hatte erst mein Blutdruckmessgerät in Verdacht, aber das Gerät war bereits zweimal mit zum Arzt. Auch der Vergleich mit einem anderen Gerät brachte fast identische Werte. Beim Arzt bin ich immer sehr angespannt. Ich habe gelernt, den Blutdruck misst man mit dem Arm auf Herzhöhe und in Ruhe. Beides war bei der letzten Untersuchung nicht der Fall. Auch habe ich mich so manches mal gefragt, was die Arzthelferin wohl mit dem Stethoskop hört. Ob ihr persönliches Befinden dabei eine Rolle spielt? Ich vertraue da lieber auf ein Blutdruckmessgerät. Das lässt sich nicht beeinflussen und ist nicht von menschlichen Faktoren abhängig.

Jetzt ernähre ich mich ein Jahr nach Dr. Esselstyns (Essen gegen Herzinfarkt) und Dr. Gregers (How Not To Die) Empfehlungen. Ich war während dieser Zeit nicht ein einziges Mal krank. Ich hatte nicht einmal einen Schnupfen. Diese eigenen Erfahrungen haben mich überzeugt. Wenn ich davon früher gewusst hätte, wäre mir vielleicht vieles erspart geblieben.

Studien und Medien: Im Internet, im Fernsehen, im Radio und in der Werbung allgemein liest und hört man sehr viel Widersprüchliches. Die Wissenschaftler und Ärzte sind sich nicht immer einig. Hier werden regelrechte Glaubenskriege geführt. Ich möchte mich dem nicht anschließen und mache lieber meine eigenen Erfahrungen. Ein Beispiel: Herzkranken werden in der Regel Cholesterinsenker verschrieben. Damit wird versucht, den LDL-Wert auf etwa 70 mg/dl einzustellen (bei einem Gesamtcholesterin von etwa 150 mg/dl). Das sind Vorgaben, die irgendwann ein Gremium festgelegt hat, weil man der Meinung ist, dass diese Werte keine Atherosklerose verursachen. Nun muss man wissen, Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustoff für unsere Zellen, der überwiegende Teil wird in der Leber produziert. In diesen Prozess wird jetzt mit Statinen eingegriffen und die Produktion mit Gewalt nach unten gedrückt. Es kann dabei zu einer Unterversorgung kommen. Die Folgen sind die bekannten Nebenwirkungen. Ich denke, wenn ein Mensch eine gesunde Leber hat, wird dieses Organ am besten wissen, was der Körper braucht, oder? Der Mensch hat sich über Millionen von Jahren entwickelt und wir denken, dass wir in ein paar Jahren wissenschaftlicher Forschung alles über uns wissen? Übrigens: Mit meiner neuen Ernährung konnte ich den Cholesterinspiegel um 25 % senken und das ohne Statine. Allein meine Leber entscheidet, wieviel Cholesterin mein Körper bekommt.

Bei einer herzgesunden Lebensweise spielen viele Faktoren eine Rolle. Dabei ist vieles noch nicht ausreichend erforscht. Warum die Ernährung nach Dr. Esselstyn funktioniert, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass sie zusammen mit den anderen Änderungen in meinem Leben für mich zum Erfolg führte. Ob meine Atherosklerose dadurch stabil bleibt oder sich vielleicht sogar verbessert, bleibt abzuwarten.

Die Ernährung nach Dr. Esselstyn ist eine gute Idee. Jeder kann das sofort machen, es gibt keine Nebenwirkungen. Aber bitte die Medikamente und Dosierung nicht einfach absetzen oder ändern! Bitte auf jeden Fall mit dem Arzt sprechen! Jeder Mensch ist verschieden! Mein Verhalten bezüglich der Medikamente soll nicht zum Nachmachen animieren! Ich möchte lediglich zeigen, dass es auch andere Wege als die üblichen Leitlinien der klassischen Medizin gibt und man viel für sich selbst tun kann.

Frohe Weihnachten und eine stressfreie Weihnachtszeit!

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