Messen wir den Blutdruck richtig?

Der Blutdruck steigt und sinkt mit der körperlichen Belastung und das sogar relativ schnell. Somit ist eine Blutdruckmessung immer nur eine Momentaufnahme. Hinzu kommen die persönlichen Lebensumstände wie Ernährung, Körpergewicht, Bewegung, Körperlage, Veranlagung usw.. Es spielen also für diese Momentaufnahme sehr viele Faktoren mit. Umso mehr verwundert es mich jedesmal wieder, wie ungenau die Messungen, zu Hause und auch beim Arzt, durchgeführt werden. Nicht selten habe ich es beim Arzt erlebt, dass im Stehen oder mit hängendem Arm gemessen wurde. Es ist vielen anscheinend nicht klar, dass die Armhaltung während der Messung einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis hat. Machen Sie einmal das Experiment und messen den Blutdruck, gerne im Sitzen, mit hängenden Arm und anschließend eine zweite Messung mit dem Arm über Kopfhöhe. Sie werden erstaunt sein, welche Auswirkung das hat.

Blutdruckmessung zu Hause, so machen Sie es richtig:

  • Vor der Messung drei bis fünf Minuten entspannen (nichts tun).
  • Die Blutdruckmanschette muss sich auf Herzhöhe befinden. Das ist vor allem bei Handgeräten wichtig.
  • Immer im Sitzen und angelehnt, den Arm auf dem Tisch ruhend, messen.
  • Beim Messen nicht bewegen oder reden.
  • Immer zur gleichen Zeit, morgens und abends messen. Morgens vor der Einnahme blutdrucksenkender Mittel messen, damit auch der Blutdruck in den frühen Morgenstunden erfasst wird.

So bekommen wir pro Tag zwei Messungen unter relativ gleichen Bedingungen. Diese sollten Sie notieren und beim nächsten Arztbesuch mitnehmen.

Fehlerquellen bei der Langzeitblutdruckmessung

Bei der Langzeitblutdruckmessung misst ein Messgerät automatisch über 24 Stunden den aktuellen Blutdruck unter Alltagsbedingungen, am Tag alle 15 Minuten und in der Nacht alle 30 Minuten. Am Tag der Messung sollte sich der Betroffene nicht schonen, sondern sich so verhalten wie im normalen Alltag. So kann der Arzt erkennen, wann sich der Blutdruck wie verändert.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das aber oft ganz anders aus. Zum Beispiel habe ich noch nie erlebt, dass der Arzt mich nach meinen Tagesaktivitäten (Tätigkeitsprotokoll) gefragt hat. Beim Anlegen des Gerätes wurde dieses nie erwähnt, wobei es durchaus eine wichtige Rolle spielt, denn wie sonst kann der Arzt die Blutdruckwerte beurteilen, wenn er nicht weiß, was der Patient zum jeweiligen Zeitpunkt getan hat. Er könnte zum Beispiel schwere körperliche Arbeit erledigt haben, die der Arzt dann als Bluthochdruck interpretieren würde.

Und von wegen, das Gerät stört kaum den Schlaf. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei den meisten Menschen genau das Gegenteil der Fall ist, man schläft ein und wird von dem Gerät wieder geweckt, das jede halbe Stunde. Ich denke, mehr Stress kann man einer Person nicht antun.

Aber damit sind wir noch nicht am Ende: Ein weiterer Punkt ist, dass das Gerät sehr empfindlich auf Bewegungen reagiert. Das führt zu wiederholten Messungen oder unbrauchbaren Werten. Ich halte die Ergebnisse daher nicht für besonders aussagekräftig und würde immer eine mehrfache Oberarm-Blutdruckmessung vorziehen, da hier die Bedingungen (siehe oben) genauer geregelt sind.

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