Drei Jahre Ernährung nach Dr. Esselstyn und Dr. Greger

Auf dem Weg zum Hausarzt geht mir vieles durch den Kopf. Die letzte Untersuchung meiner Blutwerte ist jetzt über ein Jahr her. Dieses Jahr war ich bisher noch nicht beim Arzt, wozu auch? Es geht mir gut. Medikamente nehme ich immer noch nicht, obwohl die Ärzte es mir anraten. In der letzten Zeit war ich mit der Ernährung nicht immer konsequent. Ich frage mich, ob es sich bei den Blutwerten bemerkbar machen wird. Beim Arzt angekommen, gibt es ein kurzes Gespräch. Ich hole meinen Zettel mit den Blutwerten, die ich gerne hätte und reiche ihn meiner Ärztin, die darauf schaut und wissen möchte, warum ich denn diese ganzen Werte brauche. Warum möchte ich einen Holo-TC-Test anstatt eines B12-Serum-Test? Warum Lipoprotein(a) und Homocystein? Danach folgt die Blutentnahme mit den gewünschten Werten. Jetzt heißt es warten.

Inzwischen steht der Termin beim Kardiologen an. Ich sitze im Wartezimmer und schwitze. Was wird er diesmal finden? Wie geht es meinem Herzen? Der Kardiologe untersucht mein Herz und anschließend, auf meinem Wunsch hin, die Halsschlagader. Dann sagt er zu mir: „Keine Plaques, beide Seiten frei.“ Habe ich richtig gehört? Keine Plaques? Letztes Jahr waren da noch diskrete Plaques auf einer Seite. Jetzt sind sie weg? Damit hatte ich nicht gerechnet, umso größer war meine Freude. Die Vermutung liegt nahe, wenn sich an dieser Stelle die Plaques zurückgebildet haben, dass sie an anderer Stelle ebenfalls zurückgehen. Ich bin wohl auf dem richtigen Weg: Ernährung und Lebensweise tragen Früchte.

Die Blutwerte sind da. Leider ist nicht alles zu meiner Freude. Gesamtcholesterin und LDL, sowie auch Lipoprotein(a) haben sich erhöht. Ja, ich kann mir denken warum das so ist, mein inkonsequentes Verhalten in den letzten Monaten. Einziger Wermutstropfen, LDL ist immer noch unter 100 mg/dl und HDL ist sogar gestiegen, so dass sich der Quotient LDL/HDL sogar leicht verbessert hat.

Dr. med. Volker Schmiedel schreibt in seinem Buch „Cholesterin – endlich Klartext!“, dass Lipoprotein(a) ein noch höheres Risiko für Atherosklerose (unpräzise auch Arteriosklerose) ist als LDL. Dieser Wert ist wahrscheinlich erblich bedingt und es gibt zur Zeit weder Medikamente noch andere Lösungen dafür. Wer das gleiche Problem hat wie ich, sollte daher die anderen Faktoren umso besser einstellen. Da sich auch dieser Wert bei mir seit der letzten Blutuntersuchung verändert hat, habe ich die Hoffnung, auch diesen Wert zumindest geringfügig beeinflussen zu können.

Die Ernährungsempfehlungen von Dr. Esselstyn und Dr. Greger sind nicht ganz identisch und trotzdem nenne ich sie in einem Atemzug, denn es geht bei beiden um eine pflanzenbasierte Ernährung (neudeutsch Vegan). Dr. Gregers Empfehlungen beinhalten zusätzlich Nüsse, welche Dr. Esselstyn aufgrund des Fettgehalts verneint. Was ist nun richtig? Dr. Esselstyns Studien stammen aus den 80er Jahren. Zu der Zeit war die Forschung noch nicht ganz so weit wie heute. Mittlerweile sagt man zumindest den Walnüssen eine cholesterinsenkende Wirkung nach.

4 Gedanken zu „Drei Jahre Ernährung nach Dr. Esselstyn und Dr. Greger

  1. Hallo Jörg!

    Das wichtigste was Du erreicht hast, ist dass Du plaquefrei bist. Da sieht man was Du durch die richtige Ernährung erreicht hast. Dazu gratuliere ich Dir von ganzem Herzen.

    Ich glaube schon, dass es an den zuviel Nüssen liegt und vielleicht nascht Du auch gerne am Brot. Weil ich habe entdeckt, dass die beim Brot, Salzstangen und Brezen überall Fett reingeben. Ja, man ist gut beraten, dass man seine Ernährung auf diese Dinge hin kontrolliert. Und dass man wirklich öfter die Blutwerte messen lässt, weil sonst ist man schnell auf dem falschen Weg. Mein Hausarzt hat mir empfohlen erst im Dezember wieder zu kommen. Aufgrund Deiner Geschichte hier, lasse ich das schon früher prüfen.

    Werde Dir dann berichten wie meine Werte aussehen. Weil ich bin ja erst seit 05.11.2019 Vegan nach Dr. Esselstyn und aufgrund Deiner Empfehlung nehme ich auch Walnüsse. Da werde ich jetzt auf eine halbe Hand reduzieren.

    Schauen wir, was es bringt. Dir auf jeden Fall weiterhin viel Gesundheit!

    Quardian von Der Munde

    • Hallo!

      Mit dem Brot hast Du wohl recht, wir wissen nicht immer, was drin ist. Bei einem Bäcker wollte ich einmal Brötchen für Unterwegs kaufen, als ich nach den Zutaten fragte, sagte er mir Schweineschmalz. Ich konnte kaum glauben, was ich da hörte. Melde Dich, wenn Du mehr weißt. Es ist immer interessant zu erfahren, wie es anderen geht, unabhängig von Studien, Ärzten und Medien.

      Viele Grüße
      Jörg

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